Schlagwort: Mitmenschen

Ich möchte gerne wissen, warum

die Bitte, etwas leiser zu sein oder den IPod leiser zu stellen, solche Aggresivität bei den Gebetenen hervorruft.

Was geht da vor? Warum fängt ein Mittdreißiger an, im ICE lautstark herumzupöbeln, als ich ihn bitte, das Gerät leiser zu stellen (, das Geschepper war 4 Reihen weiter so laut zu hören, daß ich es nicht mehr aushielt.)

Er schrie herum in unflätigster, beleidigenster Weise.
Die einzige Person, die mir beistand, war eine junge Frau.
Männer nicht.

Zwei Fragen sind es also:
1. Warum werden Menschen so agressiv, wenn man sie um eine Selbstverständlichkeit bittet?

2. Warum sind Männer im öffentlichen Raum so feige und gehen in solchen Fällen nicht dazwischen? Warum haben Frauen Zivilcourage, die so vielen Männern fehlt?

PS: dies war nicht das erste Mal, daß ich bepöbelt wurde, die Hamburger S-Bahn ist ein guter Platz für solche Zwischenfälle… noch nie hat ein Mann eingegriffen … wenn Unterstützung, dann waren es immer Frauen .

Berieselungsprotokoll auf dem Weg von Hamburg nach Freiburg….

Anfahrt zum Flughafen: im Privatwagen ohne Autoradio
Wartebereich am Flughafen: TV-Berieselung 30 Minuten
Im Flugzeug: permanente Beschallung: 1,5 Std. mit Ansagen in drei Sprachen, in zu hoher Lautstärke
Caféteria am Flughafen beim Warten auf den Zubringerbus: 1 Std. französisches Phone-In-Radiosendung
im Zubringerbus nach Freiburg: 1 Std. WerbefunkBerieselung mit Parteitagsberichterstattung und Verkehrsdurchsagen
im Taxi zur Firma: 10 Minuten Werbefunk

macht summasummarum: 4 Std. 10 Minuten ungewollte Berieselung auf 700 km

Steigende Empfindsamkeit für Lärmstörung

stelle ich fest bei der morgendlichen Online-Zeitungslektüre.

So quält sich Jürgen Kaube heute in der FAZ:

Das heißt nicht, wir seien im Bereich öffentlichen Interaktionsverhaltens normativ unsensibel geworden. Denn es gibt ja beispielsweise Züge, in denen eigene Zonen für Leute eingerichtet worden sind, die sich von Telefonaten ihrer Mitfahrer aus dem Bereich geschäftsführender Verantwortungsträger gestört fühlen. Man kann sogar vor Fahrtantritt wählen, ob man in einem solchen „Ruhebereich“ reservieren möchte. Allerdings sind es die teureren Züge, für die solche Möglichkeiten vorgesehen sind. Insofern mag es sein, dass die Deutsche Bahn Lärmempfindlichkeit für eine Eigenschaft gehobener Schichten aus Großstädten hält. Auch das Rauchen an nicht dafür vorgesehenen Orten ist uns inzwischen völlig unerträglich geworden und fordert sofortiges Einschreiten. Und wehe, jemand versucht, im Speisewagen ein Bier zu trinken, das er im „Bord-Bistro“ erstanden hat. Aber hallo, wenn das jeder machte! Die Bahn ist also durchaus kein Betrieb ohne Hausordnung.

Das Leeren ganzer Bierkästen im Abteil und das Lärmen hingegen werden nicht als sanktionsbedürftig erachtet, sofern sie nur von Fan-Gemeinschaften oder, dies die andere Variante, von Jugendgruppen ohne Erziehungshintergrund mit musikalischen Telefonen praktiziert werden.