Autor: Connie Müller-Gödecke

Seien Sie doch mal still! wenigstens am Tag gegen Lärm!

Lärm trennt ist das Motto des diesjährigen Tages gegen Lärm.

"Dieser Leitgedanke weist auf (un)bewusste Trennungen, die der Lärm bezogen auf verschiedene Lebenssituationen bewirkt. Lärm trennt, wie wir wissen, Verursacher und Empfänger in vielen Aktivitätsbereichen und trägt nachhaltig zur Reduzierung von Lebensqualität bei." lese ich auf der Webseite der Initiative.

Tag gegen Lärm

 

Auf der leider etwas oberlehrerhaft ausgefallenen Webseite finden Sie Tipps zu Aktionen gegen den Lärm, wirklich handfeste und nützliche Informationen jedoch sind dort unter dem Stichwort

Lärminformationsportal

verlinkt.

Also seien wir heute einfach mal still.

Und wieder ein Tag gegen Lärm

Morgen ist wieder einmal der Tag gegen Lärm und ich habe den Eindruck, daß dieses Jahr das Thema publizistisch besser "ankommt".

Sind die Zeitungen hellhöriger geworden? Oder ist die Informationsarbeit effizienter?

Als Beispiel für die wirklich recht zahlreichen Artikel möchte ich den heutigen Beitrag im Hamburger Abendblatt nennen:

Immer mehr Hamburger Kinder brauchen Hörgeräte

in dem aus einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse zitiert wird. Was mich aber ärgert, ist, daß mit keinem Wort auf den Tag gegen Lärm eingegangen wird, die Themen jedoch weitergekaut werden. Ein weiterer Artikel wird zwar unter dem Untertitel "Tag gegen Lärm" gelistet, im Inhalt selbst wird jedoch auf diesen Tag auch nicht eingegangen.

Also klappt es doch nicht so recht mit der Aufklärungsarbeit.

 

offshore – Todeszone

Bloß weil es soweit draußen ist und wir es vom Lande aus nicht hören, heißt es nicht, daß im Meere Ruhe herrscht.

Der Mensch stört die Ruhe gewaltig, und bringt der Tierwelt den Tod.

Nun mögen Ignoranten meinen, was ginge sie das akustische Trauma eines Tintenfisches an, aber es geht uns was an. Es wird sich rächen.

Mit Plastikmüll verschmutzen wir, mit Motoren- und Rotor-Lärm verstören wir, was dem Kleinsten geschieht, geschieht auch uns.

Viele menschliche Aktivitäten im Meer – wie etwa Bohrungen oder Frachtschifftransporte – produzieren intensive Geräusche im niedrigen Frequenzbereich. Die Arbeit von André und seinen Kollegen gibt nun Hinweise darauf, dass die Auswirkungen sehr viel mehr Lebewesen treffen und damit um einiges weitreichender und gravierender sind als befürchtet.

so Michel André von der Universitat Politècnica de Catalunya in Barcelona.

Weitere Informationen beim Projekt "Listening to the Deep Ocean Environment".
 

Statt „ins Warme“ „ins Leise“ gehen …

so der Reporter in einem Bericht.

Bratislava ist die lauteste Stadt Europas – hören Sie sich das an im Videoblog "Böhmische Dörfer"!

 

Schon an ruhigen Tagen mehr als 80 DB, als Ursache wird die fehlende Ortsumgehung genannt, aber da kommen sicherlich weitere Faktoren wie lauter Straßenbelag etc. dazu.

Der Link zum Download des Videos: http://tagesschau.vo.llnwd.net/d3/video/2011/0310/TV-20110310-1907-5801.webm.h264.mp4

Leiden die Wale? Oder werden sie ausgelöscht?

Nur noch sehr ignorante und dumme Zeitungsleser und Nachrichtenhörer glauben das Märchen von den unbekannten Gründen, wenn wieder einmal viele Tiere desorientiert stranden und elend verenden. Es ist inzwischen gesichertes Wissen, daß die Ursache im Lärm zu suchen sei. Sei es Lärm von Schiffen, Handels-. wie Kriegs-Schiffen, aber eben auch Lärm von Windturbinen.

(Siehe auch dieser Beitrag aus dem Jahr 2009)

Je mehr Windturbinen offshore gebaut werden, desto größer wird die Gefahr. Der Grund dafür liegt aber nicht in der Technik, sondern wieder einmal (ja, dies ist ein moralisches Urteil) in der Profitgier des Menschen.

Sicherlich gibt es Lärmgrenzwerte, die von den Anlagen eingehalten werden müssen.
Aber: sie werden nicht eingehalten.

Rund 1800 Windturbinen sollen bis 2020 in den deutschen Gewässern der Nord- und Ostsee gebaut werden und da die großen Energiekonzerne diese Anlagen bauen, kann ich wohl mit Fug und Recht sagen, daß diese Bauten rücksichtslos und schonungslos durchgeführt werden.

Nur eine starke rechtliche Kontrolle, von der Politik gewollt, kann da gegensteuern. Kann auf Einhalten der Gesetze achten.

Aber:

Nicht nur die Betreiberfirma steckt in einem Konflikt, sondern auch die Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg (BSH). Einerseits ist da der Grenzwert für die Wale, den weder die Firma, noch das Amt ignorieren können. Andererseits sagt BSH-Jurist Christian Dahlke: "Einen Stand der Technik für effektive Maßnahmen zur Lärmminderung bei Offshore-Rammungen gibt es noch nicht."

So steht es im Spiegel.

Was wäre da die richtige Konsequenz? Nicht genehmigen bevor die Technik ausgereift ist. Aber nein. Gebaut wird trotzdem.

Was macht man? Man macht Lärm. Das vertreibt die Wale. Dann können sie nämlich nicht durch Lärm gestört und beeinträchtigt werden. Also Zwangsbeschallung zur Vermeidung von Lärmschäden.

Und was sagt die Projektleiterin (studierte Biologin)?

Weil es sich bei unserem Vorhaben um ein Pilotprojekt handelt, bitten wir die Politik um Nachsicht und Unterstützung.

Die Wale kann sie ja nicht um Nachsicht bitten.