Einschaltverweigerung

Gegen den alltäglichen LärmterrorDas Akustische Manifest!!!!!

Tagged: Lärmschutz

18.08.2010: Wir fahren mit der Bahn…

Das Hin und Her um Lärmschutzmaßnahmen, sogar um staatlich subventionierte Lärmschutzmaßnahmen wird anschaulich beschrieben in einem FAZ-Artikel: Bahn gegen lärmabhängige Trassenpreise

Da werden lange Planungszeiten, Genehmigungen, Konzeptlosigkeit und was weiß ich noch alles aufgeführt, und am Ende:

alles bleibt wie es ist … und schuld sind immer die Anderen.

Ein zum Nichtstun entschlossenes Management kann entschlossen nichts tun.

30.09.2009: Was nützt eine Lautstärkenbegrenzung,

wenn sie nicht aktiv ist?

Da gibt es Vorschriften und technische Möglichkeiten, die "Ohrstöpsel" der Kids in der Lautstärke zu begrenzen. Aber dann sind sie bei Auslieferung nicht aktiv.
Was soll das? Glaubt man an die Einsicht, daß die Strippen-Junkies selbst die Begrenzung aktivieren oder glaubt man, ein Feigenblatt reiche aus?

(Das ist wie mit Microsofts InternetExplorer. Eigentlich bringt er eine ganze Menge vernünftiger Eigenschaften mit, nur sind die alle nicht aktiviert, sondern so versteckt, daß ein Anwender sie gar nicht erst identifiziert.)

Da bin ich gespannt, ob die neuen EU-Verordnungen (mehr Infos hier) greifen. Oder ob  nicht sofort wieder Software-Hacks in Umlauf kommen, die das ganze wieder umgehen.

Denn auf Einsicht kann man bei dauerberieselten Abgestöpselten doch wohl eher nicht hoffen.

Noch mehr Infos hier bei Yahoo.

 

25.01.2009: Selbstschutz? Tatsächlich?

 

Da berichtet der STERN   über eine Studie, die herausgefunden haben will,

  • daß die Ohren bei Lärm die Empfindlichkeit drosseln,
  • daß Signale von Nervenzellen an Haarzellen im Innenohr weitergeleitet werden und dass man dies manipulieren könne, sodaß weniger aktive Haarzellen das Ohr schützen
  • daß ein Protein für diese Desensibilisierung der Haarzellen zuständig sei
  • daß man nun also nach Medikamenten suchen könne, die diese Haarzellen, welche Schallwellen in elektrische Impulse umwandeln, "lahmlegen"

Wird da nicht wieder einmal das Pferd von hinten aufgezäumt?

Wie krank ist diese Denkweise?

Da wird zum Einen suggeriert, daß das Ohr sich wirklich selbst schützen könne UND daß man, wenn doch nicht, mit ein wenig Medizin nachhelfen könne.
Mixt man den jungen Leuten halt ein wenig Pulver ins Extasy-Gemisch, bevor sie in die Disko gehen und Baustellen-Anwohnern verteilt man die "Hörschutz-Pille" vom Bauamt..

Dieser angebliche Schutzmechanismus des Ohres ist ja nun bewiesenermaßen nicht ausreichend.
Wo kommen sonst die vielen Hörschäden bei Jugendlichen her?

Wenn man das ganze Ohr lahmlegt, hören die jungen Leute nach dem Disco-Besuch auch den Crash nicht mehr, wenn sie gegen den Baum fahren….

Wird da nicht wieder an den Symptomen herumgedoktert statt sich der Ursache zu stellen?

Mit einer solchen Argumentation hat man immer schon drängende Probleme heruntergeredet.
Sollen sich doch die Opfer schützen.
Bekanntlich wollte man ja auch schon die Zahl der Vergewaltigungen reduzieren, indem man den Frauen das Ausgehen verbot…

PS: Das Bild, welches zur Illustration herangezogen wurde, sieht mir verdächtig nach Barack Obamas Ohr aus, das kommt davon, wenn man Volontäre an die Bilddatenbank läßt….
 

03.01.2009: Lärmschutz auf Chinesisch

So beschreibt Ma Ping Zuo auf heitere Art das chinesische Lärm-Inferno:

Eine der wesentlichen Grundlagen der chinesischen Gesellschaft ist der Lärm. Der Wunsch, immer und überall von Krach umgeben zu sein, hat praktisch alle Bereiche des chinesischen Lebens durchdrungen und wird mit allergrößter Begeisterung von Jung und Alt praktiziert. (…) Große und kleine Lautsprecher vor Restaurants, Geschäften, Kaufhäusern und natürlich in Parks und Grünanlagen tragen basstief wummernd oder fistelig plärrend dazu bei, die essentiell notwendige Geräuschmenge für das Funktionieren öffentlichen und privaten Lebens sicherzustellen.

Mit bitterer (oder heiterer?) Resignation verweist sie auf die Zurückgebliebenheit der Provinz, in der der Fortschritt den Lärmpegel noch nicht hat anschwellen lassen:

Allerdings – die Einkommenslage der Landbevölkerung ist generell noch nicht so beschaffen, dass hier signifikant die Möglichkeit zum vermehrten Automobilkauf gegeben wäre. Diskutieren könnte man natürlich in diesem Zusammenhang, ob nicht an alle, die sich noch kein Auto leisten können, schon mal hilfsweise eine Hupe ausgegeben sollte.

Den ganzen Artikel finden Sie bei Glanz und Elend

12.08.2008: Orchestermusiker brauchen auch Lärmschutz

Dror Feiler ist ein außergewöhnlicher Komponist, Musiker und auch Freund. Er ist der kompromißloseste Mensch, den ich kenne. Und wenn er etwas tut, dann ist es begründet. Er provoziert nicht einfach nur so.
Deshalb habe ich auch schon, obwohl bekennend lärmempfindlich, seine äußerst lauten Aufführungen in den Berliner Sophiensälen oder anderswo ausgehalten.

Nun gab es in München einen Protest, Musiker wollten seine Komposition nicht aufführen. Sie fürchteten gesundheitliche Beeinträchtigungen. Darum entstand ein Hick und ein Hack. Der Dirigent Lothar Zagrosek bot damals an, die Aufführung nach Berlin zu holen.

In einem Interview in der Frankfurter Rundschau äußert er sich nun noch einmal ausführlich zu dieser Problematik, und erklärt, daß die Gründe für den Eklat in München nicht allein in Feilers Komposition lagen, sondern im gesamten Programm (Mahnkopf, Xenakis und Feiler). Und gibt auch noch einige weitere Einsichten.

Wobei er sehr differenziert argumentiert und Dror’s Musik die Ehre gibt, die ihm gebührt.

Einige Informationen über Dror Feiler habe ich meiner Hauptseite Avantart.com zusammengestellt. Was ihn aber nicht ausreichend würdigt.

Ein Argument, eine Begründung Zagroseks ist allerdings, wenn man Dror näher kennt, sicherlich absolut unbegründet:
Hinzu kommt, dass Dror Feiler ein israelischer Komponist ist und ich der Meinung bin, dass wir nie auch nur den Anschein erwecken dürfen, bei uns würden Stücke eines israelischen Komponisten nicht aufgeführt.
Dieser Vorwurf wird von Dror sicherlich nie erhoben werden, und wer mehr über seine äußerst kritische Haltung erfahren möchte, lese hier weiter: Who is Snow White?, einen Text aus dem Jahre 2004, nachdem der israelische Botschafter in Schweden eine Installation von Gunilla Sköld Feiler und Dror Feiler zerstört hatte.

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