Anfahrt zum Flughafen: im Privatwagen ohne Autoradio
Wartebereich am Flughafen: TV-Berieselung 30 Minuten
Im Flugzeug: permanente Beschallung: 1,5 Std. mit Ansagen in drei Sprachen, in zu hoher Lautstärke
Caféteria am Flughafen beim Warten auf den Zubringerbus: 1 Std. französisches Phone-In-Radiosendung
im Zubringerbus nach Freiburg: 1 Std. WerbefunkBerieselung mit Parteitagsberichterstattung und Verkehrsdurchsagen
im Taxi zur Firma: 10 Minuten Werbefunk
macht summasummarum: 4 Std. 10 Minuten ungewollte Berieselung auf 700 km
heißt ein Aufsatz des Professors für Biochemie, Gottfried Schatz, veröffentlicht in der NZZ.
Ich möchte gerne daraus zitieren.
Die Haarzellen unseres Gehörs sind hochverletzlich. Werden sie zu stark oder zu lange beschallt, sterben sie und wachsen nie mehr nach. Für die Entwicklung unserer menschlichen Spezies waren empfindliche Ohren offenbar wichtiger als robuste, denn mit Ausnahme von Donner, Wirbelstürmen und Wasserfällen sind extrem laute Geräusche eine «Errungenschaft» unserer technischen Zivilisation. Rockkonzerte, Düsenmotoren, Discos und Presslufthämmer bescheren uns immer mehr hörgeschädigte Menschen, die überlaute Musik bevorzugen und damit auch ihre Mitmenschen gefährden. Selbst ohne hohe Schallbelastung verliert unser Ohr mit dem Alter unweigerlich Haarzellen, vor allem solche für hohe Töne. Die meisten älteren Menschen können deshalb Töne, die schneller als achttausendmal pro Sekunde schwingen, nicht mehr hören. Im Allgemeinen ist dies kein Problem, doch für Konzertgeiger, die schnell schwingende Obertöne hören müssen, um in hohen Lagen rein zu intonieren, kann es das Ende der Karriere bedeuten. Schwerhörigkeit und Taubheit sind für unsere Gesellschaft ein viel gewichtigeres und teureres Problem als Blindheit.
Platte 11 verlinkte zu Lautsprecher aus
und so habe ich mir das angeschaut. Danke für den Link!
Wieder eine Seite, die sich gegen die Zwangsbeschallung wehrt.
Es werden immer mehr.
Aber sie werden immer noch überhört. Kein Wunder bei dem Lärm
Percy Adlon aus der Hotel-Familie Adlon ist natürlich auch Hotelgast und demgemäß der Lärmverschwörung ausgesetzt wie alle anderen Gäste auch.
Denn Percy Adlon weiß, was sich für ein Luxushotel gehört – und was nicht: “Eine Unsitte ist die Musikberieselung im Restaurant und beim Frühstück. Manchmal bitte ich dann darum, dass die Musik ausgemacht wird.“
Ein Zitat aus der Süddeutschen, hier in der Kategorie Andere sagen es auch
dieser Klassiker von Wilhelm Busch dient ja nun in Hamburg zur Rechtfertigung einer unendlichen Berieselungswelle am Hauptbahnhof..
.. weil meist sie mit Geräusch empfunden
Damit werden Junkies, Drogenhändler und Reisende vertrieben, die sich nach Meinung der Bahnhofsverwalter zu Unrecht zu lange auf dem Bahnhofsgelände aufhalten.
Dieses “Hamburger Modell” wird in München und demnächst auch in Berlin vom BVG übernommen.
Dort hat man sich laut BerlinOnline so richtig Gedanken gemacht:
“Der Test, der in zwei bis drei Monaten beginnen könnte, soll auch mögliche Probleme ausloten. “Es könnte sein, dass sich der eine oder andere Besitzer eines U-Bahn-Kiosks genervt fühlt”, so Reetz. Auch sei das Musik-Urheberrecht zu beachten. “Nicht zuletzt müssen wir gewährleisten, dass sich Hörbehinderte weiterhin zurechtfinden. Das heißt, die Musik darf nicht zu laut sein.“”
Dann mutieren wir doch mal alle schnell zu Hörbehinderten, dann nimmt man vielleicht auf uns Rücksicht!