Einschaltverweigerung

Gegen den alltäglichen LärmterrorDas Akustische Manifest!!!!!

04.01.2009: Umbau und Neubau

Einschaltverweigerung.de wird gerade auf ein neues System umgestellt. Es kann dabei und wird sicherlich zu einigen Problemen kommen.
Ich bitte das zu entschuldigen.

03.01.2009: Lärmschutz auf Chinesisch

So beschreibt Ma Ping Zuo auf heitere Art das chinesische Lärm-Inferno:

Eine der wesentlichen Grundlagen der chinesischen Gesellschaft ist der Lärm. Der Wunsch, immer und überall von Krach umgeben zu sein, hat praktisch alle Bereiche des chinesischen Lebens durchdrungen und wird mit allergrößter Begeisterung von Jung und Alt praktiziert. (…) Große und kleine Lautsprecher vor Restaurants, Geschäften, Kaufhäusern und natürlich in Parks und Grünanlagen tragen basstief wummernd oder fistelig plärrend dazu bei, die essentiell notwendige Geräuschmenge für das Funktionieren öffentlichen und privaten Lebens sicherzustellen.

Mit bitterer (oder heiterer?) Resignation verweist sie auf die Zurückgebliebenheit der Provinz, in der der Fortschritt den Lärmpegel noch nicht hat anschwellen lassen:

Allerdings – die Einkommenslage der Landbevölkerung ist generell noch nicht so beschaffen, dass hier signifikant die Möglichkeit zum vermehrten Automobilkauf gegeben wäre. Diskutieren könnte man natürlich in diesem Zusammenhang, ob nicht an alle, die sich noch kein Auto leisten können, schon mal hilfsweise eine Hupe ausgegeben sollte.

Den ganzen Artikel finden Sie bei Glanz und Elend

12.08.2008: Orchestermusiker brauchen auch Lärmschutz

Dror Feiler ist ein außergewöhnlicher Komponist, Musiker und auch Freund. Er ist der kompromißloseste Mensch, den ich kenne. Und wenn er etwas tut, dann ist es begründet. Er provoziert nicht einfach nur so.
Deshalb habe ich auch schon, obwohl bekennend lärmempfindlich, seine äußerst lauten Aufführungen in den Berliner Sophiensälen oder anderswo ausgehalten.

Nun gab es in München einen Protest, Musiker wollten seine Komposition nicht aufführen. Sie fürchteten gesundheitliche Beeinträchtigungen. Darum entstand ein Hick und ein Hack. Der Dirigent Lothar Zagrosek bot damals an, die Aufführung nach Berlin zu holen.

In einem Interview in der Frankfurter Rundschau äußert er sich nun noch einmal ausführlich zu dieser Problematik, und erklärt, daß die Gründe für den Eklat in München nicht allein in Feilers Komposition lagen, sondern im gesamten Programm (Mahnkopf, Xenakis und Feiler). Und gibt auch noch einige weitere Einsichten.

Wobei er sehr differenziert argumentiert und Dror’s Musik die Ehre gibt, die ihm gebührt.

Einige Informationen über Dror Feiler habe ich meiner Hauptseite Avantart.com zusammengestellt. Was ihn aber nicht ausreichend würdigt.

Ein Argument, eine Begründung Zagroseks ist allerdings, wenn man Dror näher kennt, sicherlich absolut unbegründet:
Hinzu kommt, dass Dror Feiler ein israelischer Komponist ist und ich der Meinung bin, dass wir nie auch nur den Anschein erwecken dürfen, bei uns würden Stücke eines israelischen Komponisten nicht aufgeführt.
Dieser Vorwurf wird von Dror sicherlich nie erhoben werden, und wer mehr über seine äußerst kritische Haltung erfahren möchte, lese hier weiter: Who is Snow White?, einen Text aus dem Jahre 2004, nachdem der israelische Botschafter in Schweden eine Installation von Gunilla Sköld Feiler und Dror Feiler zerstört hatte.

28.07.2008: Nicht nur das Ohr, auch die Nase ist ein empfindliches Organ

und leidet unter den Angriffen von irrwütigen oder fehlgeleiteten Marketing-Ideen.

So habe ich einige Tage in meinem Stammhotel in Freiburg verbracht, in dem ich seit 15 Jahren zufrieden zu Gast bin, und nun musste ich feststellen, daß im ganzen Hotel überall eine ekelhafte Seifenwolke herrscht.

Im Hotelzimmer stinkt es nach Seife, im Frühstücksraum stinkt es extrem nach Seife… der Grund nun liegt nicht in der Waschwut der Hoteliers, nein, diese sind dezent wie immer, besorgt um das Wohlergehen, aber jetzt machtlos:

ein Laden der schrecklichen Kette Lush hat in unmittelbarer Nähe aufgemacht, bestinkt den Rathausplatz, das Eiscafé, den Bursengang und ganz extrem eben das Hotel am Rathaus.

Es ist eine olfaktorische Qual, für Asthmatiker wie mich noch dazu… ekelhaft und unerträglich.

Diese Ladenkette rühmt sich damit, keine Tierversuche zu unternehmen, brauchen sie ja auch nicht, es läuft ja gerade der Langzeitversuch an wehrlosen Hotelgästen.
Und Menschen sind wohl geduldiger oder leidensfähiger als Tiere, oder würden Sie eine Jagdhund in die Nähe eines solchen Ladens lassen? Er wäre verdorben für immer …

17.07.2008: Hab ich mich da verhört?

Das Forum Gutes Hören (FGH) wurde Anfang 2008 gegründet und steht für ein erfolgreiches Miteinander der Vereinigung der Hörgeräte-Industrie (VHI) und der Fördergemeinschaft Gutes Hören. Ziel ist es, die Themen Hören, Hörminderung und Hör-Rehabilitation in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, über die vielfältigen technischen (und modischen) Trends und Möglichkeiten moderner Hörsysteme zu berichten, Schwellenängste zum Hörtest abzubauen und auch das Thema Prävention zu transportieren, so beschreibt sich das Forum Gutes Hören auf seiner Webseite selbst.

Und vergibt einen Preis. An Roger Cicero. Einen Sänger. Einen Jazzsänger. Ich freue mich immer, wenn Jazz wahrgenommen wird. Cicero bekommt die Auszeichnung am 18. Juli in Hamburg für seine “Verdienste rund um das Hören und die Schaffung außergewöhnlicher Hörerlebnisse” überreicht, so heißt es da weiter.

Das ist mir aber etwas zu hoch. Ein Musiker wird wegen der Schaffung außergewöhnlicher Hörerlebnisse geehrt. Meinen die das akustisch oder künstlerisch?

Oder wollen die einfach nur einen guten Musiker für (fast) lau auf ihrer Jahreshauptversammlung, ehm Festveranstaltung auftreten lassen? Und Herrn Herbolzheimer auch noch günstig dazu einkaufen?

Naja, irgendwie muß man ja auf sich aufmerksam machen. Und da ist wie gesagt, Jazz oder Jazz-Ähnliches was anhörliches, á propos ansehnlich, demnächst wird … naja, lassen wir die Spekulation mal beiseite ;=)