Stille horchen

Die Süddeutsche veröffentlicht auf ihrer Jugend-Seite www.jetzt.de einen Artikel über den Verlust zweier elementarer menschlicher Erfahrung: der Stille und des Allein-Seins.

Ein schlauer Artikel. Aber wie alle diese erklärenden Texte bestätigt er die, dies schon wissen und die anderen schalten ab, weil sie eh nicht so lange Texte lesen oder nicht mehr in der Lage sind, so lange Texte zu lesen.

Diese Fakten lassen sich eben schlecht twittern…

Zum Tag gegen Lärm (International Noise Awareness day)

morgen am 29. April, zwei Hinweise:

Das Projekt Hörstadt Linz begeht den Tag mit einem vollen Programm, so unter anderem:

Hörstadt begeht den Tag gegen Lärm 2009 am Mittwoch, 29.4. in Linz mit einem umfangreichen Programm: Kostenlosen Hörtests im Ruhepol Centralkino in der Landstraße 36 ab 12.00 Uhr und der frei zugänglichen BuchpräsentationHörstadt. Ein Reiseführer durch die Welt des Hörens“ von Peter Androsch und Florian Sedmak mit Starkolumnist Hans Rauscher um 19.00 Uhr ebenfalls im Ruhepol Centralkino.
 

 Die Süddeutsche schafft es, einen Hintergrundartikel über Lärmschäden zu veröffentlichen, ohne auf diesen Tag hinzuweisen. Na ja.

Alt-Herren-Runde im Ruhewagen morgens um 8:00

Drei ältere Herren sitzen im Tisch und unterhalten sich angeregt. So angeregt, daß der eine Herr sogar die guten Manieren vergißt und die Füße auf dem Sitz gegenüber ablegt…

als ich nicht gewillt bin, weiter dieser Unterhaltung zu folgen und die Herren um Ruhe bitte, da dies ja ein Ruhewagen sei, sind sie erstmal verdutzt.

Dann erinnert sich einer von Ihnen: 

"Ja, ich habe die Sitze im Ruhewagen gebucht. Ich wollte das Handygebabbel nicht hören."

Da schaute ich dann doch recht verdutzt. Ob dieser Logik.

Buchmesse – Lärmmesse?

Zum Lesen, zum intensiven und konzentrierten Lesen, zum genußvollen und ertragreichen Lesen bedarf es wenig weiterer Sinnesseindrücke.

Musik lenkt ab, Stille verstärkt.
Da denkt man als lebenslang starker Leser doch, daß die Händler der Ware Lesestoff ebenfalls die Ruhe schätzen.
Aber nein. wie man in der Süddeutschen lesen muss, inzwischen ist auch die Leipziger Buchmesse auf den Lärm-Zug aufgesprungen und beschallt alle Besucher, Einkäufer, Leser so sehr, daß ihnen Hören und Sehen vergeht.

Warum? Trauen sie der eigenen Ware nicht mehr? Können Sie nur lärmgestörte Verkaufsgespräche führen?
Sie können doch wohl nicht glauben, daß dadurch Geschäfte intensiviert werden?
 

Noise Pollution

ein Indiz für mich, wie sehr dieses Phänomen immer noch, gezielt oder aus Dummheit und Abgestumpftheit, herabgewertet wird, ist die Trefferliste zu diesem Suchbegriff bei Amazon

Die ersten Plätze nehmen CDs ein, Punk oder was auch immer , auch Heavy Metal, und alle kokettieren sie damit, daß sie irgendwann mal taub sind und uns auf der Tasche liegen werden.

 

Ach ja:

Noise is sound without Value