offshore – Todeszone

Bloß weil es soweit draußen ist und wir es vom Lande aus nicht hören, heißt es nicht, daß im Meere Ruhe herrscht.

Der Mensch stört die Ruhe gewaltig, und bringt der Tierwelt den Tod.

Nun mögen Ignoranten meinen, was ginge sie das akustische Trauma eines Tintenfisches an, aber es geht uns was an. Es wird sich rächen.

Mit Plastikmüll verschmutzen wir, mit Motoren- und Rotor-Lärm verstören wir, was dem Kleinsten geschieht, geschieht auch uns.

Viele menschliche Aktivitäten im Meer – wie etwa Bohrungen oder Frachtschifftransporte – produzieren intensive Geräusche im niedrigen Frequenzbereich. Die Arbeit von André und seinen Kollegen gibt nun Hinweise darauf, dass die Auswirkungen sehr viel mehr Lebewesen treffen und damit um einiges weitreichender und gravierender sind als befürchtet.

so Michel André von der Universitat Politècnica de Catalunya in Barcelona.

Weitere Informationen beim Projekt "Listening to the Deep Ocean Environment".
 

Statt „ins Warme“ „ins Leise“ gehen …

so der Reporter in einem Bericht.

Bratislava ist die lauteste Stadt Europas – hören Sie sich das an im Videoblog "Böhmische Dörfer"!

 

Schon an ruhigen Tagen mehr als 80 DB, als Ursache wird die fehlende Ortsumgehung genannt, aber da kommen sicherlich weitere Faktoren wie lauter Straßenbelag etc. dazu.

Der Link zum Download des Videos: http://tagesschau.vo.llnwd.net/d3/video/2011/0310/TV-20110310-1907-5801.webm.h264.mp4

Leiden die Wale? Oder werden sie ausgelöscht?

Nur noch sehr ignorante und dumme Zeitungsleser und Nachrichtenhörer glauben das Märchen von den unbekannten Gründen, wenn wieder einmal viele Tiere desorientiert stranden und elend verenden. Es ist inzwischen gesichertes Wissen, daß die Ursache im Lärm zu suchen sei. Sei es Lärm von Schiffen, Handels-. wie Kriegs-Schiffen, aber eben auch Lärm von Windturbinen.

(Siehe auch dieser Beitrag aus dem Jahr 2009)

Je mehr Windturbinen offshore gebaut werden, desto größer wird die Gefahr. Der Grund dafür liegt aber nicht in der Technik, sondern wieder einmal (ja, dies ist ein moralisches Urteil) in der Profitgier des Menschen.

Sicherlich gibt es Lärmgrenzwerte, die von den Anlagen eingehalten werden müssen.
Aber: sie werden nicht eingehalten.

Rund 1800 Windturbinen sollen bis 2020 in den deutschen Gewässern der Nord- und Ostsee gebaut werden und da die großen Energiekonzerne diese Anlagen bauen, kann ich wohl mit Fug und Recht sagen, daß diese Bauten rücksichtslos und schonungslos durchgeführt werden.

Nur eine starke rechtliche Kontrolle, von der Politik gewollt, kann da gegensteuern. Kann auf Einhalten der Gesetze achten.

Aber:

Nicht nur die Betreiberfirma steckt in einem Konflikt, sondern auch die Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg (BSH). Einerseits ist da der Grenzwert für die Wale, den weder die Firma, noch das Amt ignorieren können. Andererseits sagt BSH-Jurist Christian Dahlke: "Einen Stand der Technik für effektive Maßnahmen zur Lärmminderung bei Offshore-Rammungen gibt es noch nicht."

So steht es im Spiegel.

Was wäre da die richtige Konsequenz? Nicht genehmigen bevor die Technik ausgereift ist. Aber nein. Gebaut wird trotzdem.

Was macht man? Man macht Lärm. Das vertreibt die Wale. Dann können sie nämlich nicht durch Lärm gestört und beeinträchtigt werden. Also Zwangsbeschallung zur Vermeidung von Lärmschäden.

Und was sagt die Projektleiterin (studierte Biologin)?

Weil es sich bei unserem Vorhaben um ein Pilotprojekt handelt, bitten wir die Politik um Nachsicht und Unterstützung.

Die Wale kann sie ja nicht um Nachsicht bitten.

Stimmen in der Stadt

Der 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag und es ist gut daß auf diese Krankheit hingewiesen wird. Daß zur Vorsorge und Prävention aufgerufen wird, daß aufgeklärt wird.

Was allerdings die Aktion "Stimmen in der Stadt" angeht, die von der Presse und auch sonst ja so gelobt wurde, so erscheint mir dies als äußerst merkwürdig.

Im Audio-Projekt »Stimmen in der Stadt« zum Welt-Aids-Tag 2010 haben Menschen das Wort, die mit HIV und Aids leben. Zwei Wochen lang, vom 25. November bis zum 8. Dezember, sind 15 Hörstationen auf Straßen und Plätzen Berlins zu finden. Lebensgeschichtliche Erzählungen vermitteln Eindrücke davon, was es heißen kann, über Jahrzehnte mit einer HIV-Infektion zu leben. Die dazu in den Jahren 2006 bis 2010 interviewten Männer und Frauen stammen alle aus Berlin.

Da werden für einen recht langen Zeitraum Lautsprecher in Berlin an Fußgängerkreuzungen montiert, die ununterbrochen sermonartig Selbstäußerungen von Aidskranken wiedergeben. Ohne Pause, auch nachts, rund um die Uhr,

Passanten, die auf grünes Licht der Fußgängerampel warten, sind diesem Geräuschteppich, Sprechschwall ausgesetzt.

Daß ein Geräuschpegel, der tagsüber wegen des Verkehrslärms relativ hoch sein muß, damit er wahrgenommen wird, nachts ausgesprochen belästigend wirkt, ist den Herrschaften, die diese Kunstaktion durchführten, nicht aufgefallen.
Dafür aber übergießen sie diejenigen Bürger, die sich belästigt fühlen und also die Message nicht verstanden haben, mit Hohn uns Spott.

"Du hast kein Aids, du musst also jetzt ununterbrochen den Sprechschwall aushalten". Welches Sendungsbewußtsein!

Wie so oft ist das Eventhafte und der Rummel, der darum gemacht wird, wichtiger als die Überlegung, was man bezwecken möchte und wie man das umsetzt.

So wie diese Herrschaften es umgesetzt haben und sich dafür feiern lassen, ist es ein Beispiel für die umsichgreifende Eventkultur, vermischt mit ein wenig Bürgerschreck und Wichtigtuerei.


 

Ach ja, da heute der erste erste ist: Ihnen alles Gute und ein ruhiges Jahr!