Einschaltverweigerung

Gegen den alltäglichen LärmterrorDas Akustische Manifest!!!!!

04.02.2009: bei Beerdigungen, Hochzeiten und auch im Bus…

die Menschen telefonieren heute überall und nerven damit auch überall.

Daß aber einer Umfrage zufolge 6% der Befragten auch bei Beerdigungen telefonieren oder telefonieren würden, hätte ich nicht gedacht.

In dem Artikel "Rücksichtslosigkeit von Handy-Nutzern"  wird Frau Seute, eine Sprecherin eines Mobilfunkproviders zitiert:

Darüber, in welchen Situationen eine Handynutzung eher unpassend ist, gebe es allerdings sehr unterschiedliche Auffassungen. Eine Beerdigung, während der laut Microsoft-Studie rund sechs Prozent der Befragten ihr Handy nutzen würden, sei für Seute allerdings ein eindeutiges Beispiel für eine ungeeignete Situation. "Eine Beerdigung erachte ich persönlich als extrem unpassend. Zurückhaltung in der Handynutzung sollte hier Pflicht sein", betont Seutet. Ein bekanntes Problem sei zudem das zu laute Telefonieren in öffentlichen Verkehrsmitteln. "Ich habe es bereits öfters erlebt, dass ich im Zug sitze und jemand in meiner Nähe in penetranter Lautstärke telefoniert. Für die Mitfahrenden ist dies zumeist sehr störend, sie haben aber kaum die Möglichkeit, sich dieser Belästigung zu entziehen", schildert Seute.

Die Dame ist nicht allein. Aber Ihre Firma verdient gut an diesen Nutzern.

 

02.02.2009: Wieder mal beschimpft worden…

die einfache Bitte an den jungen Mann, der einen Ohrhörer quasi als Lautsprecher aus dem Kragen hängen ließ, "Können Sie das bitte leiser stellen" , veranlaßte diesen, in eine wüste Schimpfkanonade auszubrechen.

Inhalt: "Ich hör das und DU kannst ja weghören oder aussteigen".

Interessant auch wieder die Reaktion der Mitmenschen / Mitfahrer: alle schauten gequält, keiner wies den jungen Mann zurecht, einer sagte ihm beim Aussteigen leicht über die Schulter "Ist aber wirklich laut"…

Sind wir alle selbst schuld an dem fehlenden Respekt Anderen gegenüber? 
Ich kenne aus anderen Ländern, daß sich nicht alle wegducken, sondern sich schlecht benehmende Kids (sind leider ja nicht nur Kids) laut, deutlich und bestimmt zurechtweisen.

Bei uns traut sich keiner. DasToleranz-Gebot wird zum Leidens-Gebot.
 

25.01.2009: Selbstschutz? Tatsächlich?

 

Da berichtet der STERN   über eine Studie, die herausgefunden haben will,

  • daß die Ohren bei Lärm die Empfindlichkeit drosseln,
  • daß Signale von Nervenzellen an Haarzellen im Innenohr weitergeleitet werden und dass man dies manipulieren könne, sodaß weniger aktive Haarzellen das Ohr schützen
  • daß ein Protein für diese Desensibilisierung der Haarzellen zuständig sei
  • daß man nun also nach Medikamenten suchen könne, die diese Haarzellen, welche Schallwellen in elektrische Impulse umwandeln, "lahmlegen"

Wird da nicht wieder einmal das Pferd von hinten aufgezäumt?

Wie krank ist diese Denkweise?

Da wird zum Einen suggeriert, daß das Ohr sich wirklich selbst schützen könne UND daß man, wenn doch nicht, mit ein wenig Medizin nachhelfen könne.
Mixt man den jungen Leuten halt ein wenig Pulver ins Extasy-Gemisch, bevor sie in die Disko gehen und Baustellen-Anwohnern verteilt man die "Hörschutz-Pille" vom Bauamt..

Dieser angebliche Schutzmechanismus des Ohres ist ja nun bewiesenermaßen nicht ausreichend.
Wo kommen sonst die vielen Hörschäden bei Jugendlichen her?

Wenn man das ganze Ohr lahmlegt, hören die jungen Leute nach dem Disco-Besuch auch den Crash nicht mehr, wenn sie gegen den Baum fahren….

Wird da nicht wieder an den Symptomen herumgedoktert statt sich der Ursache zu stellen?

Mit einer solchen Argumentation hat man immer schon drängende Probleme heruntergeredet.
Sollen sich doch die Opfer schützen.
Bekanntlich wollte man ja auch schon die Zahl der Vergewaltigungen reduzieren, indem man den Frauen das Ausgehen verbot…

PS: Das Bild, welches zur Illustration herangezogen wurde, sieht mir verdächtig nach Barack Obamas Ohr aus, das kommt davon, wenn man Volontäre an die Bilddatenbank läßt….
 

 

14.01.2009: Hörstadt Linz – die Kulturhauptstadt 2009 startet eine Kampagne gegen Zwangsbeschallung

BeschallungsfreiLinz hat es erkannt:

Hörstadt ist die weit über das Jahr 2009 hinaus gedachte Initiative von Linz, der  Kulturhauptstadt Europas 2009, für eine bewusste und menschenwürdige Gestaltung unserer hörbaren Umwelt. Das Vorhaben wird von verschiedensten gesellschaftlichen und kulturellen Kräften unterstützt.

Es setzt sich zusammen aus Beschallungsfrei – Der Kampagne gegen Zwangsbeschallung (Start im Oktober 2008), der Linzer Charta als Leitlinie für Stadtgestaltung in akustischem Sinne (Gemeinderatsbeschluss Jänner 2009), und dem Akustikon als Welt des Hörens im Zentrum von Linz (Eröffnung Sommer 2009).

Mehr zu diesem wohltuenden Vorhaben finden Sie auf www.hoerstadt.at

Und eine sehr schöne Übersicht über beschallungsfreie Zonen finden Sie auf dieser Seite des Projekts: http://www.hoerstadt.at/beschallungsfrei/bereits_beschallungsfrei.html

Eine Linzer Charta ist verabschiedet und wird propagiert.

Auch das Informationsmaterial, welches zum Download angeboten wird, ist erstaunlich.

Ich freue mich.

Diese Webseite empfehle ich uneingeschränkt. Ein ganzes Jahr lang wird dieses Thema nicht untergehen können. Und es wird weiterwirken. Wohltuend.

13.01.2009: Daß das Auto eine der größten Plagen der Zeit ist,

ist ja nicht neu. Und daß es egoschwache Schreiberlinge zu endlosen Quengelkommentaren treibt, wenn man sie mal auf den Kieker nimmt, ist hier in diesem Blog schon recht deutlich. Da brauch ich gar nicht in die Details gehen, gell Herr Boris Pieritz?

Aber es gibt immer noch was zu Toppen, für die kranken (oder tauben Hirne) stellt das Auto-Blog  (We obsessively cover the auto-industry) jetzt ein Gadget (= Spielzeug für kleine Jungs) vor, das man auf den Schaltknüppel stecken kann und dann brummt es im Auto wie in einem richtig großen schnellen…

Nicht mal das können sie noch selber machen. Früher hat Klein-Max die Nebengeräusche selbst produzieren müssen. Aber wenn das nur 45,00 Dollar kostet, und man damit auch nur irgendjemand beeindrucken kann.

"Now you can feel decades younger, impress your fellow commuters and give your lover the thrill they seek with SoundRacer."