Karl Kraus: Radio

Radio
Hat Menschengeist Natur so aufgestört, 
daß er sie zwingt, von allem, was da tönt, 
ins taube Ohr der Menschheit zu ergießen? 
Welch mißgestimmtes Maß im Allgenießen, 
wie sie Musik aus allen Sphären hört 
und nichts von jedem Jammer, der da stöhnt! 
0 Trost und Trug der Trübsal, die vernimmt, 
daß irgendwo die Unbeschwerten tanzen 
und irgendwo das Leben ohne Last.
Sie selbst träft auf dem Rücken ihren Ranzen, 
und die das Schicksal an der Kehle faßt, 
erfahren, daß die Sänger wohlgestimmt. 
Verkehrter Fortschritt in die Weltenkluft, 
den schmerzvoll die Natur zur Umkehr wendet, 
auf daß die Sänger mit den Hörern tauschen. 
Erfüllt vom Gram der Erde sei die Luft!
Auf allen Wellen sei das Weh gesendet, 
daß alle Frohen allen Seufzern lauschen! 
Mißton der Menschlichkeit, Choral der Qualen, 
stürz in das grausam lustverwöhnte Ohr 
und lasse den Diskant der Dinge hören! 
Und was als Wehlauf sich ins All verlor, 
soll an dem Tag, der diese Schuld wird zahlen, 
erschallen euch als die Musik der Sphären!

Treppen gegen Fettsucht – aber mit Musik?

In England meint man, in der Städte-Architektur einen Grund für die grassierende Fettsucht gefunden zu haben, die Leute nutzen zu oft den Lift. Sie sollen lieber wieder Treppensteigen in den Kaufhäusern…

Die Süddeutsche allerdings konterkariert mit einem guten Argument

Aber andererseits wünscht man sich auch Büro- oder Kaufhäuser, die vor allem aus pompösen, architektonisch aufgewerteten Treppen bestehen sollen, in denen aus Gründen der Mobilisierung auch Musik aus dem Lautsprecher zu hören wäre. Das nun ist töricht. Liftmusik ist bisher eines von zwei Motiven, ins Treppenhaus zu wechseln. Das zweite besteht darin, sich den Stepper zu sparen.

Autobild und vor allem Herr Boris Pieritz

Daß Praktikanten nicht unbedingt lebenserfahren sind, mag ja noch angehen.
Aber eine solche öffentliche Zurschaustellung von Proll-Dummheit und das auch noch abgedruckt, das hat mich doch sehr erschüttert:

Bei der Autobild durfte ein Praktikant mal so richtig einen drauf machen.

Beim Rundgang um das Auto fallen mir sofort die zwei Oberarm-dicken Auspuffrohre auf, die fettesten Sound vermuten lassen. Genau deshalb bin ich hier. Ich will Fahrspaß – gepaart mit ganz viel Lärm! „Viel Vergnügen, das ist ein cooles Auto“, verabschiedet sich die Hertz-Dame und lässt mich mit dem Hengst alleine.

Der Shelby röhrt zum ersten Mal für mich. Gänsehaut pur! Schade nur, dass ich jetzt am hektischen und lauten Los Angeles Airport und nicht in meinem stillen, beschaulichen Hamburg-Eppendorf stehe. Heimische Fahrer von Porsche, Ferrari und Co würden bei diesem satten Geblubber große Ohren machen.

Zu letzterem Abschnitt gibt es dann noch eine Sound-Datei, ich fass es einfach nicht
Andere Menschen hören das dann nicht, oder? Der Praktikant nennt dieses Machwerk sicherlich „zielgruppengerechtes Schreiben“

Einschaltverweigerung war down…

ja, ein sondersguterschlampigerunverständlicher Hoster war verantwortlich dafür, daß der gesamte Webspace in den Orkus ging und ich hatte natürlich kein Backup der Datenbank.
Zudem war es lange Zeit nicht möglich, die Domain auf einen anderen Platz umzuziehen und erstjetzt habe ich die Zeit gefunden, eine neue Installation einzurichten.
Dazu musste ich den Content (neudeutsch) auch neu erfassen, ich hoffe ich habe ihn vollständig…

also: gute Vorsätze: Besserer Provider in Zukunft || regelmäßige Datensicherung und ein Frohes Weihnachten Ihnen allen!

Loud and proud: Moskau

wie bekannt, ist Moskau so etwas wie eine zweite oder dritte Heimat für mich.

Und daß es bei dem Tempo, der dort in Allem an den Tag gelegt wird, nicht leise zugeht, ist wohl evident.
Aber die Lärmbelästigung wird auch wahrgenommen: die Moscow Times berichtet heute über The Roar of the City

But, at least for now, Moscow is going to stay loud and proud, Kucherov believes.
„The city and federal governments don't care about this problem, so we won't notice any positive changes in the situation,“ he said.
And those who complain about too much noise shouldn't get too excited about getting the problem solved.
Ecostandard recently received a complaint from a resident who said she could not get to sleep because of the noise produced by an air vent attached to the wall of a nearby restaurant.

„Officials concluded that there were no air vent systems and that the noise simply did not exist,“ Kucherov said. „What can you do?“