Einschaltverweigerung

Gegen den alltäglichen LärmterrorDas Akustische Manifest!!!!!

05.12.2012: 5.12.12: TV-Tipp: Lärm greift an

Heute um 16:15 auf einsfestival läuft die Doku Lärm greift an – die unterschätzte Umweltgefahr.

Aus der Ankündigung:

Fünf Autoren des Hessischen Rundfunks reisten durch Deutschland und haben dokumentiert, wie der Lärm die Menschen angreift.
Ab wann macht Lärm krank? Lärm raubt im Westen Europas jährlich eine Million Lebensjahre, rechnete die WHO vor. Stimmt das? Renommierte Lärmforscher und Mediziner geben Antwort und stellen in der Sendung ihre neuesten Untersuchungsergebnisse vor. Der Mainzer Kinderarzt Dr. Fischer behandelt in seiner Praxis immer häufiger kleine Patienten, die über Schlafstörungen, Kopfschmerzen und schlecht heilende Infektionen klagen. Sie alle leben in einer stark lärmbelasteten Gemeinde.
Wer aber zahlt für die Schäden, die der Lärm verursacht? Zwar muss für den Lärmschutz der Verursacher aufkommen, für die Folgen aber zahlen alle. Was kostet Lufthansa Cargo das Nachtflugverbot – was kostet die Behandlung tausender lärmgeschädigter Patienten?
Wann endlich findet das Verursacherprinzip Anwendung, damit mehr in Lärmschutz und Lärmvermeidung investiert wird? Die Autoren konfrontieren Politiker und Verantwortliche aus Wirtschaft und Verkehrswesen mit den Fakten und stellen fest, dass mit Lärm viel zu oft ein fahrlässiger Umgang herrscht.
Ein Film, der deutlich macht, dass Lärm mehr ist, als nur eine Belästigung. Lärm ist für viele Menschen die Pest des 21. Jahrhunderts.

Ob es was nützt? Solche Filme sollten im Hauptprogramm laufen.

26.11.2012: Arbeitsring Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik

Eine hochinteressante Webseite mit vielen nützlichen Informationen zum Theme "Lärm" bietet der Arbeitsring "Lärm" der Deutschen Gesellschaft für Akustik an.
Dieser Arbeitsring ist seit 2009 die Nachfolgeorganisation des "Deutschen Arbeitsrings für Lärmbekämpfung e.V." (DAL).

Was ist Lärm, was richtet er an, welche Lärmarten gibt es, wie kann man sich schützen…. Themen wie "Klassenraumakustik" oder "Lärmabhängige Trassenpreise" werden behandelt, umfangreiche Publikationen zum Download angeboten.

Eine fundierte Informationsquellen  zu diesem leidigen Thema.

22.10.2012: Lärmdebatte …

Aus dem Titel eines Dokumentarfilms Sinfonie einer Großstadt macht die FAZ den Untertitel einer interessanten interaktiven Grafik:

Lärmdebatte Die Sinfonie der Großstadt

Wer in der Stadt lebt, bekommt ein Konzert unterschiedlichster Geräuschquellen geboten. Dessen Partitur reicht von der vorbeiratternden Straßenbahn über den zahnenden Nachwuchs bis hin zum Presslufthammer auf der Großbaustelle.

LärmdebatteInformativ und anschaulich werden die unterschiedlichen Lärm-Arten vorgestellt, denen ein Stadtbewohner ausgesetzt ist. Beispielsounds werden abgespielt und auf Klick weitere Informationen eingeblendet.

Mir gefällt, daß die Grafik mit einem angenehmen Geräusch, Vogelstimmen, beginnt und nicht gleich den Presslufthammer-Sound abspielt…

01.09.2012: Lärmmanagement in der Konzertkirche

Konzertkirche NeubrandenburgDie Neubrandenburger Konzertkirche ist für mich eine große Überraschung. Ich vermutete hinter dieser Bezeichnung eine Kirche, in der auch Konzerte stattfinden. Dem ist aber nicht so. Es ist eine Konzerthalle, die einst eine Kirche war. Mehr darüber bei der Wikipedia.

Ein grandioser Konzertsaal ist dort entstanden, er scheint eine hervorragende Akustik zu besitzen. Demnächst werden wir das in einem der kommenden philharmonischen Konzerte genießen können.

Soviel Mühe auf die Konzertakustik verwandt wurde, soviel Sorge macht man sich um die Besucher des Termins. Der kann nämlich bestiegen werden, bietet auf seinen verschiedenen Etagen viel Museales zur Geschichte der Kirche und man kann wohl bis ganz nach oben steigen, was ich wegen Atemnot und Höhenangst dann lieber doch nicht unternahm.

Damit die 'Turmbesteiger nicht durch das Geläut der Turmuhr zu Schaden kommen, werden sie beim Eintreten in die Kirche explizit darauf hingewiesen und mit Ohrstöpseln versorgt. Das Geläut wird zudem jeweils eine Minute vor der Zeit durch eine Durchsage angekündigt, so bleibt Zeit zum Ohrenschützen.

Das ist alles sehr löblich. Schlimm empfand ich hingegen die akustische Präsentation zweier Videos zur Geschichte der Kirche im Vortragssaal im fünften Stock. Der kleine Raum faßt rund 50 Personen, ist aber wohl meistens leer. Die Lautsprecher sind darin derart hochgedreht, dass es nicht zum Aushalten ist. Selbst die sieben Minuten lange "kleine Präsentation" konnte ich nicht überstehen, ich musste den Raum mit schmerzenden Ohren verlassen.

Auf meinen Hinweis beim bemühten Concierge erhielt ich die Auskunft, da könne man selbst nichst ändern, die Pflege der Anlage obliege einer Firma. Aber sie gäben den Hinweis gerne weiter. Nur sei ich auch die erste, die sich beschwerte...

Solche Antworten geben mir die Gewissheit, dass sich NICHTS ändern wird. Die zuständigen Techniker sind sicherlich durch Diskothekenbeschallung angetaubt und lärmresistent, da abgestumpft. Die Ohren sind nun mal das am ehesten absterbende Sinnesorgan, und Lärm? Da hört man eben einfach weg…

Bildnachweis: I, Botaurus stellaris [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

29.06.2012: Klammheimliche Freude …

Frau in der S-BahnIch kann mir die Situation gut ausmalen. Es ist freitagnachmittag, schwül, die S-Bahn ist vollbesetzt und eine junge Frau telefoniert mit lauter Stimme.

Einige der gequälten Mit-Fahrer und zwangsmäßig auch Mit-Hörer bitten die junge Dame leiser zu sprechen. Aber das tut sie nicht. Sie hat ein teueres Handy und sie ist betrunken. Da darf man schon mal laut sein, oder nicht?

Dann reißt einem resoluten Herrn der Geduldsfaden und er schmeißt das teure Telefon aus dem Fenster.

Vier S-Bahnen hatten wegen dieses Zwischenfalls Verspätung.

Soweit die Geschichte. Sie ist laut Hamburger Abendblatt vom 29.06.12 wirklich passiert.

Ich ziehe meinen Hut vor dem resoluten Herrn, der dann auch gegenüber der Polizei zu seiner Handlung stand. Und ausnahmsweise finde ich die Verspätungen der S-Bahnen mal in Ordnung ;=)

PS: das Foto stammt von commons.wikimedia.org und paßt ganz gut.

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