Einschaltverweigerung

Gegen den alltäglichen LärmterrorDas Akustische Manifest!!!!!

17.04.2007: Laut und spät

Doch 2006 registrierte der Fluglärmschutzbeauftragte der Stadtentwicklungsbehörde einen sprunghaften Anstieg der Nachtflüge von 6357 auf 7410. Ein großer Teil fiel in die Zeit zwischen 22 und 23 Uhr. Landeten und starteten 2005 in dieser Zeit noch 4712 Maschinen, waren es 2006 bereits 5550. Doch auch in der Stunde vor Mitternacht stieg die Zahl der Flüge im vergangenen Jahr von 1206 auf 1388. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr in der Früh rollten 2006 insgesamt 472 Maschinen über die Fuhlsbüttler Start- und Landebahnen, 2005 waren es noch 439 gewesen. Der Fluglärmschutzbeauftragte Klaus Köhler macht für diesen Anstieg vor allem vermehrte Verspätungen verantwortlich. „Es gab zwei Flugverbindungen in die Türkei, die um 22.50 Uhr starten sollten, aber sehr häufig Verspätungen produziert haben.“ Mit den Fluggesellschaften sei gesprochen worden, sie mussten ihre Flugzeiten ändern. „Wenn 50 Prozent der Flüge später starten oder landen als geplant, kann nicht mehr von einer unvermeidbaren Verspätung gesprochen werden.“ Köhler kündigte zudem an, dass mit allen Fluggesellschaften gesprochen werden soll, deren Verbindungen in den kritischen Abendstunden zu mehr als 25 Prozent verspätet waren.

Das ist die eine Seite. Man kann, wenn es denn schon Regelungen gegen Lärm gibt, diese auch einhalten. Und nicht versuchen, sie weiter auszuhöhlen, z.B. durch Ausnahmegenehmigungen während Fußballweltmeisterschaften.

Die andere Seite ist wieder einmal die herrschende Meinung, daß wer den Lärm nicht aushält, ja einfach wegziehen könne. Das Problem wird wieder einmal individualisiert:

Wer damit nicht klar kommt/ nicht damit leben kann sollte einfach woanders hinziehen, aufs Land, in kleinere Städte ohne Flughafen, sich dann aber nicht beschweren dass er lange zur Arbeit benötigt oder es dort dann weniger Jobs gibt. schreibt ein Steffan Schmidt in einem Leserbrief.

Die gesellschaftlichen Schäden des Lärms werden wieder einmal heruntergespielt.

Und ja, ich fliege auch sehr oft. Dieses Dilemmas bin ich mir bewußt. Aber auch der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung der Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften.

02.04.2007: das Sein bestimmt das Bewußtsein, sagte schon KM

und “Ist jetzt bald mal Schluss mit dem Lärm?” fragt der Bauarbeiter die Mutter mit dem krähenden Kind….

31.03.2007: Steigende Empfindsamkeit für Lärmstörung

stelle ich fest bei der morgendlichen Online-Zeitungslektüre.

So quält sich Jürgen Kaube heute in der FAZ:

Das heißt nicht, wir seien im Bereich öffentlichen Interaktionsverhaltens normativ unsensibel geworden. Denn es gibt ja beispielsweise Züge, in denen eigene Zonen für Leute eingerichtet worden sind, die sich von Telefonaten ihrer Mitfahrer aus dem Bereich geschäftsführender Verantwortungsträger gestört fühlen. Man kann sogar vor Fahrtantritt wählen, ob man in einem solchen „Ruhebereich“ reservieren möchte. Allerdings sind es die teureren Züge, für die solche Möglichkeiten vorgesehen sind. Insofern mag es sein, dass die Deutsche Bahn Lärmempfindlichkeit für eine Eigenschaft gehobener Schichten aus Großstädten hält. Auch das Rauchen an nicht dafür vorgesehenen Orten ist uns inzwischen völlig unerträglich geworden und fordert sofortiges Einschreiten. Und wehe, jemand versucht, im Speisewagen ein Bier zu trinken, das er im „Bord-Bistro“ erstanden hat. Aber hallo, wenn das jeder machte! Die Bahn ist also durchaus kein Betrieb ohne Hausordnung.

Das Leeren ganzer Bierkästen im Abteil und das Lärmen hingegen werden nicht als sanktionsbedürftig erachtet, sofern sie nur von Fan-Gemeinschaften oder, dies die andere Variante, von Jugendgruppen ohne Erziehungshintergrund mit musikalischen Telefonen praktiziert werden.

31.03.2007: da möchte ich nie wieder hin

schon vor 20 Jahren war es mir auf dieser Messe zu laut, als Bill Bruford aufspielte, aber inzwischen?

Beschallungskunst

"Musikmesse" ist ein irreführender Name für das, was auf dem Frankfurter Messegelände derzeit zu erleben ist. Es ist eine Beschallungsmesse. Musik als Inbegriff kulturell bedeutsamer, intellektuell und emotional aufgeladener, wohl geordneter Geräusche ist nicht der eigentliche Gegenstand dieser Messe. Die Musik ist eine Voraussetzung für das kommerzielle Geschehen, sie ist das Material, das hier bearbeitet wird. Das Anliegen der Messe ist die Verbreitung, nicht die Produktion dieses Materials.

Für den, der sich in dieser Umgebung einen Tag lang aufhält, findet eine Rückverwandlung statt: Musik verliert ihre Ordnung und ihre Botschaft. Sie wird, über den Umweg des kontingenten, aufdringlich unausweichlichen Lärms, zu dem sie sich in den Hallen zusammenzieht, wieder zum lästigen Geräusch und verwandelt sich zwischen den Ohren dauerbeschallter Zwangshörer in Kopfschmerz. Und kein Stand auf der Musikmesse teilt Aspirin aus.

berichtet die Frankfurter Rundschau über die Musikmesse Frankfurt.

29.03.2007: Sonic Shop

Travel Fit

bietet die größte Auswahl an Hörhilfen, Lärmschutz und auch Informationen über Lärm, die ich im Netz gefunden habe.

Auf der Seite Was für Wen bietet der Laden eine Entscheidungshilfe, welcher Lärmschutz in welchen Situationen wie helfen wird.

Ich ordne mich in der Kategorie "Auto / Bahn / Flieger" ein und finde dort auch die Stöpsel, die sich in meinen Ohren bewährt haben: TravelFit