Einschaltverweigerung

Gegen den alltäglichen LärmterrorDas Akustische Manifest!!!!!

01.05.2008: Mediziner raten zu Schallpegelbegrenzern

titelte der Deutschlandfunk die Sendung Vom MP3-Player zum Hörgerät

Jeder zehnte Nutzer zieht sich einen bleibenden Hörschaden zu. Wird berichtet. Ist das nicht erschreckend?

Mir wird immer ein Rätsel bleiben, weshalb die Nutzer so aggressiv ihren Sound-Konsum verteidigen, wo sie doch eigentlich schon hör-eingeschränkt sind oder wirklich fast nichts mehr hören?

Es wird Hoffnung geweckt in diesem Artikel:
Schallpegelbegrenzer sind zurzeit die beste Vorsorge, sagt Zenner. Die Musik wird dann immer noch als sehr laut wahrgenommen, der technisch limitierte Hörgenuss sei aber wesentlich weniger riskant. Wenn der Schaden bereits eingetreten ist, gibt es mittlerweile auch Möglichkeiten, etwas zu reparieren. Die regenerative Medizin soll Mittel und Wege finden, …
denn bis dato ging man davon aus, daß ein geschädigtes Ohr nicht mehr hergestellt werden könne

nun wünschte ich mir aber, diese Bemühungen gingen in die Richtung, dass sich die User von ihren Strippen abnabelten als dass man sie damit vertröstete "wird alles wieder gut, die WIssenschaft macht das schon"

die Sendung im Deutschlandfunk

Der Artikel als MP3-Datei beim Deutschlandfunk oder als Flash-Datei

ist Robbie Williams das wert? Kaputte Ohren?
Ich denke nicht..

Schade ist nur, daß dann so ein Artikel unter dem Titel "MP3 macht noch keine Hörschaden" läuft, da liefert man ja gerade denen wieder Argumente, gegen die man eigentlich etwas ausrichten möchte

27.04.2008: Handyfreie Zone

überschreibt eine Redakteurin einen Artikel im Hamburger Abendblatt.

Leise zu sprechen, scheint am Handy unmöglich. Da wird reingebrüllt, als wenn am anderen Ende der Leitung ein Schwerhöriger sitzt. Einfach das Abteil wechseln? Unmöglich in ausgebuchten Zügen. Ich reserviere mittlerweile sehr zeitig einen der begehrten Plätze in der handyfreien Zone. Leider saß dort bei meiner letzten Reise eine gutgelaunte Männerrunde. Die telefonierte zwar nicht, trotzdem war sie unüberhörbar.

Man freut sich ja schon, daß es anderen auch so geht und daß dafür ein paar Zeilen in der Abendblatt-Ausgabe herausgerückt werden.

20.04.2008: Ich möchte gerne wissen, warum

die Bitte, etwas leiser zu sein oder den IPod leiser zu stellen, solche Aggresivität bei den Gebetenen hervorruft.

Was geht da vor? Warum fängt ein Mittdreißiger an, im ICE lautstark herumzupöbeln, als ich ihn bitte, das Gerät leiser zu stellen (, das Geschepper war 4 Reihen weiter so laut zu hören, daß ich es nicht mehr aushielt.)

Er schrie herum in unflätigster, beleidigenster Weise.
Die einzige Person, die mir beistand, war eine junge Frau.
Männer nicht.

Zwei Fragen sind es also:
1. Warum werden Menschen so agressiv, wenn man sie um eine Selbstverständlichkeit bittet?

2. Warum sind Männer im öffentlichen Raum so feige und gehen in solchen Fällen nicht dazwischen? Warum haben Frauen Zivilcourage, die so vielen Männern fehlt?

PS: dies war nicht das erste Mal, daß ich bepöbelt wurde, die Hamburger S-Bahn ist ein guter Platz für solche Zwischenfälle… noch nie hat ein Mann eingegriffen … wenn Unterstützung, dann waren es immer Frauen .

20.04.2008: Der Tag des Lärms

war ja nun letzte Woche und es wurde auch etwas ironisch, aber nicht mehr so ironisch wie früher, in den Medien darüber berichtet.
Anscheinend wird das Thema langsam zum Thema.

In diesen Kontext gehört wohl auch die Aufmerksamkeit, die die Weigerung des Münchener Orchesters, eine Komposition meines Freundes Dror Feiler aufzuführen, erhielt.
Die Komposition sei für die Musiker gesundheitsschädlich, weil immens laut.

Das stimmt, Drors Kompositionen sind sehr laut. Damit habe ich auch meine Probleme.
Aber Dror ist der kompromißloseste Mensch, den ich kenne, und was er macht, hat immer einen Grund. Er haßt Gewalt und Unterdrückung. Und das geht nicht immer leise..

Bei dieser Diskussion ging wieder einmal die alltägliche Lärmpest unter, die in summa wohl gewaltiger als eine einmalige Konzertaufführung.

Ich möchte die Musikerthematik aber nicht herunterreden..

15.03.2008: Heavy Metal ist laut.

Heavy Metal in BaghdadHeavy Metal kann auch lebensbedrohend sein. Für die Musiker.

So geht es gerade der irakischen Band "ACRASSICAUDA". Sie wurden mit dem Tode bedroht, flohen aus dem Iraq, sind in Istanbul gestrandet.

Sie bekommen nirgends Asyl. Werden sie in ihr Land zurückgeschickt ist dies ihr Todesurteil.

Ein Dokumentarfilm über sie wird auf Filmfestspielen (zuletzt in Berlin) gezeigt, aber das scheint ihnen nicht zu helfen.

Sie brauchen aber Hilfe.

Es kann nicht angehen, daß auf den Berliner Filmfestspielen ein Film über Heavy Metal in Baghdad erfolgreich gezeigt wird und die Protagonisten, die Band Acrassicauda, in Istanbul vergeblich Asyl sucht und von der Deportation nach Irak zurück bedroht sind.

 

Helfen Sie! Spenden Sie bitte! Auf der Seite Heavy Metal in Baghdad können Sie spenden, aber auch weitere Informationen über die Band finden.

Bitte!