Einschaltverweigerung

Gegen den alltäglichen LärmterrorDas Akustische Manifest!!!!!

Kategorie-Archiv: Prinzipielles

04.03.2009: Futuristisches Manifest <-> Akustisches Manifest

Vor hundert Jahren erschien das Futuristische Manifest und es verherrlichte den Lärm, die Energie, die Geschwindigkeit und führte geradewegs in die Hölle, nämlich den Faschismus. (Das wissen wir, das haben wir verstanden und wer es nicht weiß, kann es hier bei der Einschaltverweigerung lesen oder Genaueres bei wikipedia  herausfinden).

Nun gibt es ein Akutisches Manifest, geplant als Provokationsmittel, um öffentliche Aufmerksamkeit für einen bestimmten Themenkomplex zu erzeugen, herausgegeben von dem verdienstvollen Peter Androsch, Leiter der Musik-Abteilung der Kulturhauptstadt Linz. Siehe auch hier bei Einschaltverweigerung.

Leider ist das Akustische Manifest, welches 100 Jahre nach dem futuristischen ebenfalls im FIGARO erschien, im Netz nicht mehr gescheit aufzufinden. Leider.

Bei der FAZ, wo es ebenfalls erschien, gar nicht, und der österreiche Standard veröffentlicht zwar einen Artikel darüber, zeigt aber das Manifest nur als GIF-Datei.
 

Das finde ich ausgesprochen schade. Ein Manifest, so habe ich gelernt, ist eine öffentliche Erklärung und sucht alle Mittel der Verbreitung. Warum dieses Manifest nicht? 

Ich werde Herrn Androsch mal anschreiben und um Wiedergabe-Erlaubnis bitten.


Die Frankfurter Rundschau veröffentlicht heute am 03.03.09 ein Interview mit Peter Androsch. Darin führt er in Hinblick auf die Notwendigkeit einer akustischen Stadtplanung aus:

 

Akustische Unsensibilität ist ein uraltes Problem.

13.01.2009: Daß das Auto eine der größten Plagen der Zeit ist,

ist ja nicht neu. Und daß es egoschwache Schreiberlinge zu endlosen Quengelkommentaren treibt, wenn man sie mal auf den Kieker nimmt, ist hier in diesem Blog schon recht deutlich. Da brauch ich gar nicht in die Details gehen, gell Herr Boris Pieritz?

Aber es gibt immer noch was zu Toppen, für die kranken (oder tauben Hirne) stellt das Auto-Blog  (We obsessively cover the auto-industry) jetzt ein Gadget (= Spielzeug für kleine Jungs) vor, das man auf den Schaltknüppel stecken kann und dann brummt es im Auto wie in einem richtig großen schnellen…

Nicht mal das können sie noch selber machen. Früher hat Klein-Max die Nebengeräusche selbst produzieren müssen. Aber wenn das nur 45,00 Dollar kostet, und man damit auch nur irgendjemand beeindrucken kann.

"Now you can feel decades younger, impress your fellow commuters and give your lover the thrill they seek with SoundRacer."

 

01.05.2008: Mediziner raten zu Schallpegelbegrenzern

titelte der Deutschlandfunk die Sendung Vom MP3-Player zum Hörgerät

Jeder zehnte Nutzer zieht sich einen bleibenden Hörschaden zu. Wird berichtet. Ist das nicht erschreckend?

Mir wird immer ein Rätsel bleiben, weshalb die Nutzer so aggressiv ihren Sound-Konsum verteidigen, wo sie doch eigentlich schon hör-eingeschränkt sind oder wirklich fast nichts mehr hören?

Es wird Hoffnung geweckt in diesem Artikel:
Schallpegelbegrenzer sind zurzeit die beste Vorsorge, sagt Zenner. Die Musik wird dann immer noch als sehr laut wahrgenommen, der technisch limitierte Hörgenuss sei aber wesentlich weniger riskant. Wenn der Schaden bereits eingetreten ist, gibt es mittlerweile auch Möglichkeiten, etwas zu reparieren. Die regenerative Medizin soll Mittel und Wege finden, …
denn bis dato ging man davon aus, daß ein geschädigtes Ohr nicht mehr hergestellt werden könne

nun wünschte ich mir aber, diese Bemühungen gingen in die Richtung, dass sich die User von ihren Strippen abnabelten als dass man sie damit vertröstete "wird alles wieder gut, die WIssenschaft macht das schon"

die Sendung im Deutschlandfunk

Der Artikel als MP3-Datei beim Deutschlandfunk oder als Flash-Datei

ist Robbie Williams das wert? Kaputte Ohren?
Ich denke nicht..

Schade ist nur, daß dann so ein Artikel unter dem Titel "MP3 macht noch keine Hörschaden" läuft, da liefert man ja gerade denen wieder Argumente, gegen die man eigentlich etwas ausrichten möchte

20.04.2008: Ich möchte gerne wissen, warum

die Bitte, etwas leiser zu sein oder den IPod leiser zu stellen, solche Aggresivität bei den Gebetenen hervorruft.

Was geht da vor? Warum fängt ein Mittdreißiger an, im ICE lautstark herumzupöbeln, als ich ihn bitte, das Gerät leiser zu stellen (, das Geschepper war 4 Reihen weiter so laut zu hören, daß ich es nicht mehr aushielt.)

Er schrie herum in unflätigster, beleidigenster Weise.
Die einzige Person, die mir beistand, war eine junge Frau.
Männer nicht.

Zwei Fragen sind es also:
1. Warum werden Menschen so agressiv, wenn man sie um eine Selbstverständlichkeit bittet?

2. Warum sind Männer im öffentlichen Raum so feige und gehen in solchen Fällen nicht dazwischen? Warum haben Frauen Zivilcourage, die so vielen Männern fehlt?

PS: dies war nicht das erste Mal, daß ich bepöbelt wurde, die Hamburger S-Bahn ist ein guter Platz für solche Zwischenfälle… noch nie hat ein Mann eingegriffen … wenn Unterstützung, dann waren es immer Frauen .

15.03.2008: Heavy Metal ist laut.

Heavy Metal in BaghdadHeavy Metal kann auch lebensbedrohend sein. Für die Musiker.

So geht es gerade der irakischen Band "ACRASSICAUDA". Sie wurden mit dem Tode bedroht, flohen aus dem Iraq, sind in Istanbul gestrandet.

Sie bekommen nirgends Asyl. Werden sie in ihr Land zurückgeschickt ist dies ihr Todesurteil.

Ein Dokumentarfilm über sie wird auf Filmfestspielen (zuletzt in Berlin) gezeigt, aber das scheint ihnen nicht zu helfen.

Sie brauchen aber Hilfe.

Es kann nicht angehen, daß auf den Berliner Filmfestspielen ein Film über Heavy Metal in Baghdad erfolgreich gezeigt wird und die Protagonisten, die Band Acrassicauda, in Istanbul vergeblich Asyl sucht und von der Deportation nach Irak zurück bedroht sind.

 

Helfen Sie! Spenden Sie bitte! Auf der Seite Heavy Metal in Baghdad können Sie spenden, aber auch weitere Informationen über die Band finden.

Bitte!