Einschaltverweigerung

Gegen den alltäglichen LärmterrorDas Akustische Manifest!!!!!

Kategorie-Archiv: Am Pranger

29.06.2012: Klammheimliche Freude …

Frau in der S-BahnIch kann mir die Situation gut ausmalen. Es ist freitagnachmittag, schwül, die S-Bahn ist vollbesetzt und eine junge Frau telefoniert mit lauter Stimme.

Einige der gequälten Mit-Fahrer und zwangsmäßig auch Mit-Hörer bitten die junge Dame leiser zu sprechen. Aber das tut sie nicht. Sie hat ein teueres Handy und sie ist betrunken. Da darf man schon mal laut sein, oder nicht?

Dann reißt einem resoluten Herrn der Geduldsfaden und er schmeißt das teure Telefon aus dem Fenster.

Vier S-Bahnen hatten wegen dieses Zwischenfalls Verspätung.

Soweit die Geschichte. Sie ist laut Hamburger Abendblatt vom 29.06.12 wirklich passiert.

Ich ziehe meinen Hut vor dem resoluten Herrn, der dann auch gegenüber der Polizei zu seiner Handlung stand. Und ausnahmsweise finde ich die Verspätungen der S-Bahnen mal in Ordnung ;=)

PS: das Foto stammt von commons.wikimedia.org und paßt ganz gut.

13.03.2009: Buchmesse – Lärmmesse?

Zum Lesen, zum intensiven und konzentrierten Lesen, zum genußvollen und ertragreichen Lesen bedarf es wenig weiterer Sinnesseindrücke.

Musik lenkt ab, Stille verstärkt.
Da denkt man als lebenslang starker Leser doch, daß die Händler der Ware Lesestoff ebenfalls die Ruhe schätzen.
Aber nein. wie man in der Süddeutschen lesen muss, inzwischen ist auch die Leipziger Buchmesse auf den Lärm-Zug aufgesprungen und beschallt alle Besucher, Einkäufer, Leser so sehr, daß ihnen Hören und Sehen vergeht.

Warum? Trauen sie der eigenen Ware nicht mehr? Können Sie nur lärmgestörte Verkaufsgespräche führen?
Sie können doch wohl nicht glauben, daß dadurch Geschäfte intensiviert werden?
 

03.01.2007: Autobild und vor allem Herr Boris Pieritz

Daß Praktikanten nicht unbedingt lebenserfahren sind, mag ja noch angehen.
Aber eine solche öffentliche Zurschaustellung von Proll-Dummheit und das auch noch abgedruckt, das hat mich doch sehr erschüttert:

Bei der Autobild durfte ein Praktikant mal so richtig einen drauf machen.

Beim Rundgang um das Auto fallen mir sofort die zwei Oberarm-dicken Auspuffrohre auf, die fettesten Sound vermuten lassen. Genau deshalb bin ich hier. Ich will Fahrspaß – gepaart mit ganz viel Lärm! „Viel Vergnügen, das ist ein cooles Auto“, verabschiedet sich die Hertz-Dame und lässt mich mit dem Hengst alleine.

Der Shelby röhrt zum ersten Mal für mich. Gänsehaut pur! Schade nur, dass ich jetzt am hektischen und lauten Los Angeles Airport und nicht in meinem stillen, beschaulichen Hamburg-Eppendorf stehe. Heimische Fahrer von Porsche, Ferrari und Co würden bei diesem satten Geblubber große Ohren machen.

Zu letzterem Abschnitt gibt es dann noch eine Sound-Datei, ich fass es einfach nicht
Andere Menschen hören das dann nicht, oder? Der Praktikant nennt dieses Machwerk sicherlich „zielgruppengerechtes Schreiben“

09.06.2006: Der NDR kneift

siehe Bericht in der taz:

Die ‚öffentlich-rechtlichen‘ sagen ab. Kurz vor der Veranstaltung. Hätte man früher abgesagt, hätte man ja eine Diskussion losgetreten.

Sehr peinlich, die Herrschaften vom NDR!

16.11.2004: das lauteste Auto

Ich kann es nicht glauben,

aber es ist wohl so:
bei SATURN in der Mönckebergstrasse wirbt ein Aufsteller für den Wettbewerb um das lauteste Auto Norddeutschland
Sind die denn vom Affen gebissen? Wie primitiv wird die Welt noch?
168,9 db erzielte am 27. Januar 2001 eine australische Mannschaft
und auch in Deutschland gibt es extra-Webseiten zu diesem Thema.

Ich bin wirklich sprachlos und erschüttert.

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