Einschaltverweigerung

Gegen den alltäglichen LärmterrorDas Akustische Manifest!!!!!

Jahres-Archiv: 2007

11.12.2007: Unsere Ruh ist hin…

Von Geräuschkulissen, Lärmteppichen und der Verdrängung der Stille

Ein Feature von von Sabine Weber im Deutschlandfunk am 11.12., um 19:15

Wenn Sie Phonostar installiert haben, können Sie mit diesem Link die Sendung direkt in den Timer übernehmen

ein Auszug aus der Ankündigung:
Lärm ist das Geräusch der anderen, sagte der Großstädter Kurt Tucholsky. Doch nicht nur in Ballungsgebieten macht jeder auf seine Weise Krach; auch im häuslichen Alltag wurde die Stille erfolgreich verdrängt. Ob Toaster, Telefon oder Kamera: Jedes noch so primitive Funktionieren wird von synthetischen Klängen begleitet. Dass hier Sounddesigner am Werke sind, nützt wenig.

Piepsen, Klicken, Surren, Rauschen und Brummen bildet zusammen mit dem Brausen des Verkehrs eine permanente Geräuschkulisse und wird zum Lärm. Und der hat physiologische, psychologische, gesellschaftliche und sogar ökologische Auswirkungen, etwa auf unsere heimische Vogelwelt: Sie zwitschert heutzutage messbar lauter als noch vor wenigen Jahren.

Manche glauben, diffusem mit strukturiertem Lärm begegnen zu können, und drehen deshalb die Musikanlage auf. Andere hingegen engagieren sich in Arbeitsringen für Lärmbekämpfung. Selbst die Politik hat mittlerweile reagiert: Das Bundesumweltamt verdoppelt in diesem Jahr die Fördermittel zum Lärmschutz von 56 auf 100 Millionen Euro. Besteht also noch Hoffnung für die Patientin "Stille"?

 

29.10.2007: Berieselungsprotokoll auf dem Weg von Hamburg nach Freiburg….

Anfahrt zum Flughafen: im Privatwagen ohne Autoradio
Wartebereich am Flughafen: TV-Berieselung 30 Minuten
Im Flugzeug: permanente Beschallung: 1,5 Std. mit Ansagen in drei Sprachen, in zu hoher Lautstärke
Caféteria am Flughafen beim Warten auf den Zubringerbus: 1 Std. französisches Phone-In-Radiosendung
im Zubringerbus nach Freiburg: 1 Std. WerbefunkBerieselung mit Parteitagsberichterstattung und Verkehrsdurchsagen
im Taxi zur Firma: 10 Minuten Werbefunk

macht summasummarum: 4 Std. 10 Minuten ungewollte Berieselung auf 700 km

26.10.2007: Biologie der Stille

heißt ein Aufsatz des Professors für Biochemie, Gottfried Schatz, veröffentlicht in der NZZ.
Ich möchte gerne daraus zitieren.


Die Haarzellen unseres Gehörs sind hochverletzlich. Werden sie zu stark oder zu lange beschallt, sterben sie und wachsen nie mehr nach. Für die Entwicklung unserer menschlichen Spezies waren empfindliche Ohren offenbar wichtiger als robuste, denn mit Ausnahme von Donner, Wirbelstürmen und Wasserfällen sind extrem laute Geräusche eine «Errungenschaft» unserer technischen Zivilisation. Rockkonzerte, Düsenmotoren, Discos und Presslufthämmer bescheren uns immer mehr hörgeschädigte Menschen, die überlaute Musik bevorzugen und damit auch ihre Mitmenschen gefährden. Selbst ohne hohe Schallbelastung verliert unser Ohr mit dem Alter unweigerlich Haarzellen, vor allem solche für hohe Töne. Die meisten älteren Menschen können deshalb Töne, die schneller als achttausendmal pro Sekunde schwingen, nicht mehr hören. Im Allgemeinen ist dies kein Problem, doch für Konzertgeiger, die schnell schwingende Obertöne hören müssen, um in hohen Lagen rein zu intonieren, kann es das Ende der Karriere bedeuten. Schwerhörigkeit und Taubheit sind für unsere Gesellschaft ein viel gewichtigeres und teureres Problem als Blindheit.

01.09.2007: wieder Mitstreiter gefunden:

Platte 11 verlinkte zu Lautsprecher aus
und so habe ich mir das angeschaut. Danke für den Link!

Wieder eine Seite, die sich gegen die Zwangsbeschallung wehrt.
Es werden immer mehr.
Aber sie werden immer noch überhört. Kein Wunder bei dem Lärm

24.08.2007: Ein Adlon im Adlon

Percy Adlon aus der Hotel-Familie Adlon ist natürlich auch Hotelgast und demgemäß der Lärmverschwörung ausgesetzt wie alle anderen Gäste auch.

Denn Percy Adlon weiß, was sich für ein Luxushotel gehört – und was nicht: “Eine Unsitte ist die Musikberieselung im Restaurant und beim Frühstück. Manchmal bitte ich dann darum, dass die Musik ausgemacht wird.“

Ein Zitat aus der Süddeutschen, hier in der Kategorie Andere sagen es auch